DE 2019, 106min, DCP 5.1

Picture this: on the side of the road, at the edge of the forest, mere steps from the speeding cars, the four-wheeled shelters are motionless, stationary. It is night-time, and neon letters and Christmas lights flash intermittently. Inside, women are waiting for someone to stop, alone. Some are lying on a bed, others are just bored, displaying themselves on the passenger seat.

On the remote countryside roads of Germany, the “mobile homes of love” serviced by newly arrived East European or African women are aplenty. We meet a few of them. One is putting make-up on, another is petting a dog, a third one is smoking. One thing binds them together: the wait. Take Milena and Rita, for instance, respectively from Bulgaria and Nigeria. They wait to be able to put money aside, to find the courage to open up to a friend, to reunite with a brother, to find some peace.

Their lives are in stasis, trapped in a vehicle that will not start, crushed by the vices of their clients, the abuse, the protectors, the fear of being beaten – perhaps even killed –, but also by the need to earn money, and the fear to lead a normal life, far from the only role they were ever given.

And then there is Uschi, a time-worn woman who smokes too much. Surrounded by her dogs, sporting extravagant clothes, she is the one who rents the mobile homes to the girls. Profiteer? Confidante? Or maybe she is a warning, a sign of how the girls will end up if they watch time go by like the cars, while others take decisions for them.

by Chiara Fanetti,

72. Locarno Filmfestival / Semaine de la Critique

AWARDS 2019

Camden International Filmfestival - „Cinematic Vision Award“

Skopje Int’l Filmfestival - „Best Film of the Festival"

I´ntl Filmfestival Osnabrück - „Friedensfilmpreis“

Braunschweig Int’l Filmfestival - „die TILDA“ - bester Film von einer Regisseurin

Braunschweig Int’l Filmfestival - „Heimspielpreis“ - bester Film der Region

Los Angeles Documentary Filmfestival - „Best International Documentary“

Batumi I´ntl Arthouse Filmfestival - Honorary Mention

Segni della Notte - Main Award Documentary Competition

Cinematic Vision Award Camden IFF

JURY STATEMENT


String lights in the shape of a heart are both an invitation and a loaded symbol of the yearning found in this haunting and evocative film. Intimately shot, artfully realized, and sensitively told, this film is not only a powerful story that gives voice to sex workers and the impossible realities they must negotiate, but it is also an unforgettable cinematic journey that stays with you long after the film ends. The Cinematic Vision Award goes to Elke Margarete Lehrenkrauss’ LOVEMOBIL.


Tilda Award - 33. Braunschweig IFF Jury Statement

“Ein mutiger und innovativer Film!”


Ein außergewöhnlicher Dokumentarfilm über Sexarbeiterinnen, die in Wohnmobilen an niedersächsischen Landstraßen arbeiten. Ein Film der leisen Töne, der sich Zeit nimmt und sehr private Einblicke in das Gefühlsleben der Protagonistinnen gewährt. Er lässt uns unmittelbar teilhaben an den Hoffnungen und Ängsten, der Einsamkeit und Verzweiflung der Frauen – eine erstaunliche Leistung, ermöglicht durch die dreijährige Drehzeit, in der sich das Filmteam mit Sensibilität und Respekt das Vertrauen der porträtierten Frauen erarbeitete. Ungewöhnlich für einen Dokumentarfilm ist, dass das Filmteam unsichtbar und vor allem unhörbar bleibt, doch dies gibt den porträtierten Frauen den Raum, ihre eigene Geschichte zu erzählen.
Im Zentrum des Films stehen Milena aus Bulgarien und Rita aus Nigeria sowie Uschi, die als Zuhälterin und Vermieterin fungiert. Ihre Intelligent und Würde stehen in starkem Gegensatz zum entmenschlichenden Prozess, bei dem sich die Freier die Dienste und, so scheinen es einige wahrzunehmen, auch die Frauen selbst kaufen. Der Film beeindruckt mit langen, sorgfältig gewählten Einstellungen und originellen Bildern. Gekonnt wird der beengte Raum in den Wohnmobilen mit der offenen Landschaft der Umgebung kontrastiert.
Ein mutiger und innovativer Film!


Friedensfilmpreis FF Osnabrück

JURY STATEMENT


Eine niedersächsische Bundesstraße, trist und nebelig, alle paar hundert Meter blinken Neonlichter. In den bunt beleuchteten Wohnwagen warten Sexarbeiterinnen auf ihre Freier. Die Regisseurin Elke Margarete Lehrenkrauss portraitiert drei Frauen, die hier direkt vor unserer Haustür in diesem abgeschiedenen Mikrokosmos leben. Der Film schafft eine Nähe zu seinen Protagonistinnen, die von Vertrauen und einem respektvollen Umgang zeugt und eine lange und geduldige Annäherung und Recherche der Regisseurin an das Milieu und seine Frauen erahnen lässt. Dem Film gelingt hierbei eine inhaltlich-formale Gratwanderung: er arbeitet mit starken, sorgfältig komponierten Bildern und einer atmosphärischen Verdichtung, welche die klaustrophobische Mise en Scene, die Isolation, die Kälte, die Langeweile, und das Ausgeliefertsein förmlich körperlich spüren lässt. Und obwohl der Film mitunter ästhetisierend anmutet, nimmt er die Protagonistinnen ernst, zeigt sie fernab eines exploitativen Voyeurismus, und kommentiert dergestalt zugleich konventionelle Repräsentationen von Weiblichkeit in einem weitreichenden sozialen Kontext von Globalisierung, Ungleichheit und Machtverhältnissen. Beeindruckend gelingt es Elke Margarete Lehrenkrauss jenen Frauen, die aufgrund ökonomischer Zwänge in diese entmenschlichte und funktionale Existenz gedrängt wurden, durch komplexe Portraits ihre Menschlichkeit zurückzugeben, indem sie von ihren individuellen Geschichten, Wünschen und Hoffnungen würdevoll und empathisch erzählt.
Wir sind froh, Lovemobil als zutiefst humanen Film mit dem Friedensfilmpreis Osnabrück auszeichnen zu dürfen! 
Jury: Masha Matzke, Mike Beilfuß, Wiebke Thomsen

 


17° Festival internazionale Segni della Notte - Urbino

JURY STATEMENT


For the equilibrium between the argument and the style, between documentary and fiction. Woman prostitution in Germany is considered away from stereotypes. Different viewpoints, represented by different individuals engaged in the business of woman prostitution, are put in dialogue.